GESCHICHTE

Entdeckung
Am 27. Oktober 1492 wurde Kuba von Christoph Kolumbus entdeckt, als er im Auftrag der spanischen Krone auf einer Expedition zur Erkundung des Seeweges nach Indien unterwegs war. Zu diesem Zeitpunkt lebten nach Schätzungen ca. 200.000 Ureinwohner auf Kuba, welche von Kolumbus fälschlicherweise als ‹‹Indios›› (Indianer) bezeichnet wurden, weil dieser fest der Annahme war, eine indische Insel entdeckt zu haben.

             

Kolonialzeit
In der Folgezeit zwischen 1511 und 1515 begannen die Spanier unter Diego Velázquez das Land zu kolonisieren und vernichteten die meisten der dort lebenden Ureinwohner durch Krieg, eingeschleppte Krankheiten und Zwangsarbeit. Santiago de Cuba war zu dieser Zeit Hauptstadt der spanischen Kolonie.

1607 wurde Havanna durch die Verlegung des Gouverneurssitzes zum politischen Zentrum der Insel und binnen weniger Jahre wurde der geschützte Hafen der Hauptstadt der zentrale Knotenpunkt des transatlantischen Handels mit der westlichen Welt. Sämtliche Flotten aus den spanischen Kolonien nutzten Havanna als Umschlagplatz für ihre Rohstoffe und Waren.

Im 17. Jahrhundert florierte zum ersten Mal der arbeitsintensive Tabakanbau und ab dem 18. Jahrhundert verstärkte sich der starke wirtschaftliche Aufschwung durch den Zuckerrohranbau rasant. Dem hohen Bedarf an Arbeitskräften wurde mit Hilfe afrikanischer Sklaven begegnet.

1762 eroberten britische Truppen im Zuge der weltweiten Kolonisationspolitik Havanna. Nur ein Jahr später wurde Kuba im Frieden zu Paris im Tausch gegen Florida wieder an Spanien zurückgegeben. Diese nur rund einjährige Zeit des Freihandels verhalf Kuba zu einem regelrechten Wirtschaftsboom und sorgte dafür, dass auch unter der erneuten Herrschaft der Spanier ab 1763 der liberale Wirtschaftsgeist bestehen blieb.

Ab 1794 stieg durch den Einsatz von Dampfmaschinen die Zuckerproduktion enorm an. Bis 1840 war Kuba weltgrößter Produzent raffinierten Zuckers.

Unter dem Einfluss des US-amerikanischen Bürgerkrieges 1865, in dem die Nordstaaten die sklavenhaltenden Südstaaten besiegten, kam auch der Menschenhandel nach Kuba langsam zum Erliegen. Gleichzeitig erkämpften sich zahlreiche lateinamerikanische Länder in diesen Jahren ihre Unabhängigkeit und Kuba wurde somit für die Spanier zur wichtigsten und später auch zur letzten Kolonie, obwohl gleichzeitig die Unzufriedenheit der Inselbewohner gegenüber der Kolonialmacht immer größer wurde.

Unabhängigkeitskriege
Im Jahr 1868 begann der 1. Unabhängigkeitskrieg der Kubaner gegen die Unterdrückung und Ausbeutung der Kolonialmacht. Der Plantagenbesitzer Carlos Manuel Céspedes, der mit der Freilassung seiner Sklaven eine neue Ära einläutete, proklamierte in einer Rede die Unabhängigkeit Kubas von Spanien und rief im ‹‹Grito de Yara›› (Kriegsruf von Yara) Kuba als Republik aus.

Nach 10 Jahren verlustreicher Kämpfe gelang den zahlenmäßig überlegenen Spaniern der Sieg. Die Niederlage der Kubaner begründete sich aber nicht nur in deren Unterzahl, sondern auch in zahlreichen Konflikten innerhalb der Rebellengruppen.

Der unter Nationalheld José Martí geführte 2. Unabhängigkeitskrieg zwischen 1895-1898 brachte dem kubanischen Volk erneut keinen Sieg, obwohl dieser schon inoffiziell erreicht gewesen wäre. Am 19. Mai 1895 fiel Martí in diesem Krieg und wurde zum Helden und Märtyrer aller Kubaner erklärt. Doch auch die Kolonialmacht konnte keinen Sieg erringen, denn die USA sahen in diesem Moment - als in Spanien bereits öffentlich über einen Rückzug aus Kuba diskutiert wurde - ihre Chance zur Invasion auf den strategisch äußerst bedeutsam gelegenen Inselstaat und griffen 1898 ein. Durch einen von den USA provozierten amerikanisch-spanischen Krieg gelang es den Amerikanern in letzter Minute den Sieg über die Kolonialmacht zugesprochen zu bekommen. Statt seine Unabhängigkeit zu erlangen, fiel Kuba an die USA.

Kubas pro Forma Unabhängigkeit
Kuba geriet unter amerikanische Militärverwaltung und die Amerikaner sicherten sich alle Privilegien auf Kuba und investierten im großen Umfang in das Land.

Am 20. Mai 1902 erlangte Kuba nach dem Abzug der US-Truppen seine pro Forma Unabhängigkeit und Tomás Estrada Palma wurde erster Präsident der Republik. Die USA behielten sich jedoch mit einem entscheidenden Verfassungszusatz, dem sogenannten Platt Amendment, erhebliche Interventionsrechte auf die Innenpolitik des Landes vor, sollten amerikanische Interessen oder US-amerikanisches Eigentum auf Kuba gefährdet sein. Durch diesen Zusatzartikel fehlte der neu gegründeten Republik nicht nur ihre Souveränität, sondern gewährte diese Zusatzklausel den USA auch das Recht zwei Militärstützpunkte auf Kuba zu halten.

Bahia Honda wurde 1913 an Kuba zurückgegeben, wohingegen der Militärstützpunkt in der Bucht von Guantánamo bis heute noch von den USA beansprucht wird.

Zwischen 1906 und 1920 machten die USA viermal von dem Platt Amendment Gebrauch und intervenierten auf Kuba um ihre Interessen zu verteidigen. Zwischen den Jahren 1914 bis 1918 wurde Havanna zum Las Vegas Lateinamerikas und Glücksspiel, Prostitution und die Geschäfte der amerikanischen Mafia bestimmten den Alltag. Amerikaner und kubanische Eliten beherrschten die Wirtschaft während die Landbevölkerung zusehends verarmte.

Kuba unter den Diktatoren Machado und Batista
1925 wurde die kommunistische Partei Kubas, die PCC, gegründet um den sich 1924 an die Macht geputschten Diktator Gerardo Machado, eine organisierte Opposition bieten zu können. Machado hatte seine Wahl mit großzügiger Unterstützung zahlreicher US-Unternehmen gewonnen und vertrat eine extrem nationalistische Politik, die auch nicht vor der Tötung und Vertreibung politischer Gegner zurückschreckte.

1933 wurde Machados mit amerikanischer Hilfe gestürzt und neuer Machthaber und Oberbefehlshaber der Armee wurde Fulgencio Batista. Dieser ließ zunächst seinen immer größer werdenden Einfluss auf die politische Macht im Hintergrund laufen, bevor er von 1940 bis 1944 offiziell Kubas Präsident war. Nach verlorenen Neuwahlen 1952 stürzte er sich erneut mit US-amerikanischer Hilfe durch einen Militärputsch an die Spitze Kubas. In diesen Jahren errichtete er sukzessive ein korruptes Regime, unter dem es zur Abschaffung der Verfassung, zur Unterdrückung der Opposition und zu öffentlichen Erschießungen von Regimegegnern kam.

Die Revolution
Am 26. Juli 1953 verübte eine Guerillatruppe unter der Führung des Rechtsanwaltes Fidel Castro Ruz einen Angriff auf die Moncada-Kaserne von Santiago de Cuba. Obwohl der Überfall scheiterte, gilt der Tag als der Beginn der Revolution, deren Ziele Demokratie, Sozialreformen und die Wiederherstellung der Verfassung von 1940 waren.

Fidel Castro wurde für einige Jahre inhaftiert und ging anschließend ins Exil in die USA und später nach Mexiko. Dort traf er auf den argentinischen Arzt Ernesto Che Guevara und gemeinsam begannen beide den Sturz des Batista-Regimes zu planen. 1956 reisten beide zusammen mit weiteren 80 Guerillakämpfern auf dem Schifft ‹‹Granma›› zurück nach Kuba. Nach erbitterten verlustreichen Kämpfen eroberten die Revolutionäre am 1. Januar 1959 die Hauptstadt Havanna, woraufhin Batista ins Exil in die USA floh.

Die sozialistische Republik
Seit dem 01.05.1961 ist Kuba eine sozialistische Republik. Nach der Einführung umfangreicher Land- und Agrarreformen, die unter anderem die Beseitigung des privaten Großgrundbesitzes, die Bildung von staatlichen Betrieben und das Verbot des Landbesitzes für Ausländer beinhalteten, antworteten die USA zunächst mit einem partiellen, später mit einem völligen Handelsembargo, welches bis in die heutige Zeit besteht.

Durch dieses von den USA eingeführte und von vielen westlichen Staaten unterstützte Handelsboykott, wandte sich die junge sozialistische Republik immer weiter den sozialistischen Staaten Osteuropas, insbesondere der ehemaligen UdSSR zu.

Schweinebucht-Invasion & Kuba-Krise
Am 17. April 1961 scheiterten von den USA unterstütze Exilkubaner mit ihrer berühmten Invasion in der Schweinebucht. Der schnelle kubanische Sieg bestärkte Fidel Castros antiamerikanische Position und beschleunigte die weitere Annäherung Kubas an die Sowjetunion.

1962 droht der Kalte Krieg endgültig zu eskalieren als die Sowjetunion, die sich durch amerikanische Raketen an der türkisch-sowjetischen Grenze bedroht fühlte, eigene Raketen auf Kuba stationierten. Nach einer tagelangen Seeblockade und geheimen Verhandlungen sicherten die USA den Abbau ihrer Atomraketen in der Türkei zu und die Sowjets zogen ihre Raketen auf Kuba ab.

Kubas Abhängigkeit von der UdSSR
Zwischen den Jahren 1960 und 1989 konzentrierte sich die kubanische Wirtschaft fast ausschließlich auf den Handel mit dem Ostblock, allem voran der UdSSR. Folglich orientierte sich die kubanische Politik sehr stark an die ihrer osteuropäischen Partner.

Diese kontinuierlich wachsende Abhängigkeit führte mit dem Zusammenbruch des Ostblocks 1989 zu der schwersten Wirtschaftskrise des Landes seit Beginn der Revolution. Diese Phase ist bekannt als ‹‹Período espcecial en tiempos de paz››, (Sonderperiode in Friedenszeiten) in der es bis ca. 1995 zu katastrophalen Versorgungsengpässen der Bevölkerung kam. Die Krise erreichte im August 1994 ihren Höhepunkt als es erstmalig seit der Revolution zu gewalttätigen Unruhen in Havanna kam und die größte Massenflucht aus Kuba einsetzte.

Durch die verschiedenen marktwirtschaftlichen Reformen und eines sukzessiven Aufbaus der Beziehungen zu Venezuelas Staatspräsident Hugo Chavez, gelang es Kuba einen Staatsbankrott zu verhindern.

2004 gründeten Kuba und Venezuela die ALBA, die ‹‹Bolivarianische Alternative›› zur ALCA, der US-dominierten Wirtschaftsgemeinschaft. Kuba unterstützt Venezuela dafür bis heute beim Aufbau seines Gesundheits- und Erziehungswesens mit kubanischem Personal, während das Land im Gegenzug in großem Umfang Erdöl zu Sonderkonditionen erhält.

Kuba unter Raúl Castro
Im Juli 2006 gab Fidel Castro plötzlich aufgrund einer schweren Darmerkrankung seine Ämter vorübergehend an seinen jüngeren Bruder Raúl Castro ab. Im Februar 2008 wurde Raúl Castro offiziell zum neuen Vorsitzenden des Staats- und Ministerrates gewählt, nachdem Fidel krankheitsbedingt seinen endgültigen Rückzug von allen Staatsämtern angekündigt hatte.

Im gleichen Jahr trafen gleichzeitig sowohl die drei Wirbelstürme Gustavo, Ike und Paloma als auch die Weltwirtschaftskrise den Karibikstaat schwerwiegend. Erhebliche Ernteausfälle, eine großflächige Zerstörung der Infrastruktur und der starke Rückgang der Tourismuseinnahmen sowie der Auslandsüberweisungen der Exilkubaner zwangen Raúl Castro zu Wirtschaftsreformen, welche zwar das sozialistische System beibehalten sollten, dennoch marktwirtschaftliche Elemente als unabdingbar ansahen. Zahlreiche Reformen sollten und sollen bis heute noch den lange erhofften ökonomischen Aufstieg des Landes herbeiführen. Es bleibt jedoch noch abzuwarten wie stark und in welche Richtung sich dieser Wandel tatsächlich vollziehen wird.

Erhoffter Wandel durch Barack Obama

Eine signifikante Verbesserung der bilateralen Beziehungen zu den USA und ein Aufheben derer Blockadepolitik konnte bisher auch durch den neuen US-Präsidenten Obama nicht erreicht werden.

Zwar hatte dieser bei seinem Amtsantritt umfassende Verbesserungen des amerikanisch-kubanischen Verhältnisses versprochen, doch bisher wurden nur wenige Gesetzesänderungen realisiert. So können z.B. in den USA lebende Exil-Kubaner nun erleichterte Reisebedingungen nach Kuba genießen und bestimmte amerikanische Gruppierungen wie z.B. Studenten oder Mitglieder kirchlicher Organisationen dürfen nach Kuba einreisen, dennoch konnten bisher keine grundlegenden und lange ersehnten Veränderungen erreicht werden.